Malojawind und Malojaschlange


Malojawind  der verkehrte Wind
Der Malojawind ist ein eigenartiger Wind, der eigentlich in die falsche Richtung bläst. Anstatt das Tal hinauf bläst er das Tal abwärts. Die Entstehung dieses Windes muss man aber im Bergell suchen. Das Engadin mit über 50 Km Länge sinkt von Maloja bis Zernez nur um 350 m. Das Bergell steigt jedoch von Chiavenna bis Maloja in 20 Km von 300 m auf 1800m. Das Bergell heizt sich am Morgen sehr schnell auf und der Talwind ist stark und beginnt schon früh. Das Engadin hat auch einen Talwind den man auch Brüscha nennt und eher schwach ist, wegen der geringen Neigung von Zernez bis Maloja. Die Berghänge des Engadins erwärmen sich durch das offene Tal aber schneller als das steile enge Bergell. Es entsteht ein kleines Wärmetief, das die kältere Luft des Bergells anzieht. Durch die Wärme wird der kühlere Wind aus dem Bergell ins Engadin gesogen und bläst so das Tal hinunter. Dieser Wind ist oft in der Höhe begrenzt, da die oberen Flanken des Engadins wärmer sind als der Malojawind und somit eine Inversion bilden.  Diese eher seltene Inversion kann die Segelflieger am Muottas Muragl manchmal zur Verzweiflung bringen, da der Hangwind in der Höhe nachlässt oder sogar von der anderen Seite bläst. Mit zunehmender Thermik kann diese Inversion aber an gewissen windstillen Orten durchbrochen werden. (siehe Bild) Besteht zusätzlich zum Malojawind eine Westwind Situation so kann der Malojawind auch sehr stark werden.(20-30 Kt)  Hangaufwind und Thermik zusammen können so zu fantastischen Steigwerten führen. Der Malojawind ist darum bei Segelfliegern, Hängegleitern, Surfern und Kitern sehr beliebt.
Wie kann diese Inversion durchbrochen werden?

Malojawind weht nur im Haupttal.  In wärmeren Gebieten wie Paradieshütte und über Spinas wo wenig Wind den Boden stärker erwärmen kann die Inversion durchbrochen werden.
Malojaschlange
Auch die Malojaschlange gehört zu den Wetterphänomenen des Engadins. Sie ist eine schlangenartige Wolke, die sich meistens an der nördlichen Talseite von Maloja bis St.Moritz in etwa 2300-2500 m/M.  den Hängen entlang zieht. Ihre Ursprünge sind wie beim  Malojawind im Bergell zu suchen. Mit südlichen Winden staut sich die feuchte Luft von der Poebene am Malojapass. Teile dieser Wolkendecke fliessen ins wärmere und trockenere Engadin. Es wird sogar vermutet, das sich diese Wolke wie eine Walze dreht, da Thermik an den Hängen diese zur Rotation bringt. Bei St. Moritz wird die Wolke nach unten gedrückt und löst sich immer auf. Es könnte aber auch sein, dass der trockenere wärmere Talwind des Engadins über die Malojaschlange steigt und diese zur Auflösung bringt.   (Siehe Bild2) Dieses Wetterphänomen entsteht meistens vor einer Störung.

Auflösung der Wolke bei St.Moritz 
                 
Malojaschlange mit Nordwindeinfluss oder Talwind

Die feuchten kühleren Luftmassen werden in das Engadin gesogen.

Auch bei schönstem Wetter kann man das Eindringen von Staubewölkung ins Engadin feststellen. Die feuchten niederen Luftmassen aus Italien stauen sich ebenfalls am Malojapass.
Jedoch erwärmen sich die Luftmassen bereits bei Sils oder werden durch den Talwind (Brüscha) zurückgedrängt und lösen sich auf. Das ganze Engadin ist somit wolkenfrei.